Glasgelege 440 g/m² (biaxial, ± 45°), Breite 127 cm
Dieses biaxiale Glasgelege besteht aus E-Glasfasern mit einer nahezu vollständig auf ±45° ausgelegten Faserarchitektur. Die beiden tragenden Hauptlagen sorgen für eine hohe Schub- und Torsionsfestigkeit, während sehr leichte 0°- und 90°-Stützfasern das Gelege während der Verarbeitung stabilisieren. Mit einem Flächengewicht von 440 g/m² eignet sich das Material besonders für hochbelastete Laminataufbauten im technischen Leichtbau.
Ausführliche Beschreibung
Dieses biaxiale Glasgelege wird aus E-Glasfasern mit Silan-Schlichte hergestellt. Die tragenden Faserlagen verlaufen in den Richtungen +45° und -45° und werden durch einen feinen Polyester-Nähfaden miteinander verbunden. Ergänzende 0°- und 90°-Stützfasern dienen der Fixierung und Stabilisierung des Geleges während der Verarbeitung und tragen nur in geringem Umfang zum Gesamtflächengewicht bei.
Durch den nahezu vollständigen Faseranteil in den beiden ±45°-Hauptlagen eignet sich dieses Gelege besonders für Bauteile, bei denen Schub- und Torsionskräfte im Vordergrund stehen. Die Fasern werden nicht miteinander verwoben, sondern nahezu gerade abgelegt. Dadurch entsteht nur eine geringe Faserkrümmung (Crimp), sodass die mechanischen Eigenschaften der Glasfasern im Laminat effizient genutzt werden können.
Trotz des vergleichsweise hohen Flächengewichts von 440 g/m² lässt sich das Material aufgrund seiner Gelegestruktur gut an Radien und komplexe Bauteilgeometrien anpassen. Dadurch eignet es sich sowohl für großflächige Bauteile als auch für technisch anspruchsvolle Formteile.
Vorteile im Einsatz
Hoher Faseranteil in ±45°-Richtung
Mit insgesamt 434 g/m² in den beiden ±45°-Hauptlagen liegt nahezu das gesamte Flächengewicht in der für Schub- und Torsionsbelastungen wirksamen Faserrichtung. Das Gelege eignet sich daher besonders für torsionsbeanspruchte Bauteile.
Geringe Faserkrümmung
Da die Glasfasern nicht miteinander verwoben, sondern nahezu gerade abgelegt werden, entstehen nur geringe Faserkrümmungen. Dadurch können die mechanischen Eigenschaften der Glasfasern im Laminat besser genutzt werden als bei vergleichbaren Geweben.
Gute Drapierfähigkeit
Die Gelegestruktur erleichtert das Anpassen an Radien und komplexe Bauteilgeometrien. Dadurch lässt sich das Material sauber positionieren und unterstützt einen gleichmäßigen Laminataufbau.
Stabile Verarbeitung
Die leichten 0°- und 90°-Stützfasern stabilisieren das Gelege beim Zuschneiden, Positionieren und Laminieren, ohne die Funktion der tragenden ±45°-Faserlagen wesentlich zu beeinflussen.
Anwendungen
- Boots- und Yachtbau
- UL-Flugzeugbau
- Rotorblätter für Windkraftanlagen
- Torsionselemente
- Rohre und Profile
- Fahrzeugbau und Motorsport
- Sportgeräte
- Allgemeine GFK- und CFK-Leichtbaukonstruktionen
Verarbeitung
Das Glasgelege eignet sich für Handlaminate, Vakuuminfusion, RTM sowie weitere gängige Composite-Fertigungsverfahren. Die offene Gelegestruktur ermöglicht eine gute Harzdurchtränkung und unterstützt eine gleichmäßige Entlüftung des Laminats.
Das Material kann mit Epoxid-, Polyester- und Vinylesterharzsystemen verarbeitet werden.
Technische Daten
| Faser | 100 % E-Glas |
| Schlichte | Silan |
| Flächengewicht | 440 g/m² ± 5 % |
| Nähfaden | ≤ 10 g/m², Polyester |
| Breite | 127 cm |
Konstruktion
| Lage | Ausrichtung | Flächengewicht | tex |
| 1. Lage | −45° | 217 g/m² | 300 |
| 2. Lage | 0° | 3 g/m² | 68 |
| 3. Lage | 90° | 4 g/m² | 68 |
| 4. Lage | +45° | 217 g/m² | 300 |
Rechnerische Daten für Handlaminate
(35 Vol.-% Faseranteil)
| Harzverbrauch | 361 g/m² |
| Laminatdicke | 0,480 mm |
| Laminatgewicht | 801 g/m² |
Technische Hinweise
Die tragende Funktion übernehmen nahezu vollständig die beiden ±45°-Hauptlagen. Die leichten 0°- und 90°-Faserlagen dienen in erster Linie der Stabilisierung des Geleges während der Verarbeitung.
Ein besonderer Vorteil biaxialer Gelege besteht darin, dass Torsionslagen weitgehend ohne richtungsbedingten Verschnitt in den Laminataufbau integriert werden können.
Für belastungsgerechte Laminatkonstruktionen wird dieses biaxiale Glasgelege häufig mit unidirektionalen oder 0°/90°-Verstärkungslagen kombiniert, um die Faserausrichtung an die im Bauteil auftretenden Lasten anzupassen.