Harze:Lagerung + Haltbarkeit

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Wie sollen Polyesterharze gelagert werden?

Wie lange kann man Polyesterharze in verschlossenen Originalbehälter aufbewahren? Wie soll man Polyesterharz lagern? Was passiert, wenn das Poyesterharz zu alt ist?

  • Die Lagerfähigkeit beträgt etwa 6 Monate
  • Polyesterharze sollen kühl gelagert werden. Ideal sind Temperaturen zwischen 5 und 15 °C
  • Polyesterharz, das zu lange bei Temperaturen über 18 °C gelagert wurde, härtet nach und nach im Behälter aus


Wie lange sind Epoxydharze und Härter nach dem Öffnen der Originalbehälter haltbar?

Können Sie etwas sagen zur Maximallagerfähigkeit nach Verwendung, also nach erstmaligem Öffnen der Harz/Härter-Behälter?

Über die Maximallagerfähigkeit nach Verwendung (Öffnung der Gebinde) gibt es keine verbindlichen Angaben. In der Praxis reagieren die meisten Epoxydharzsystem auch nach Jahren noch einwandfrei. Allerdings muss im Laufe der Zeit damit gerechnet werden, dass sich die mechanischen Werte und die Güte der Oberflächen verschlechtern. Dies hat weniger mit dem Altern der Komponenten zu tun, als mit der Tatsache, dass speziell die Härterkomponente mit Luftfeuchtigkeit (und auch anderen organischen Substanzen) reagiert. Nach der Materialentnahme sind die Gebinde deshalb sorgfältig zu verschließen, um eine Wasseraufnahme, vor allem bei den Härtern, zu vermeiden. Insbesondere die aminischen Härter neigen bei Luftexposition zu chemischen Reaktionen, bekannt auch als Carbamatbildung oder Blushing, die das Material unter Umständen unbrauchbar machen können. Diese chemische Reaktion erkennt man an einem weißen Niederschlag im Material.

Allgemein gilt deshalb:

  • Das Material sollte dunkel und trocken bei Temperaturen von 15 – 25 °C gelagert werden
  • In den Verarbeitungsräumen sollte die Luftfeuchtigkeit unter 60 % liegen und die Temperatur mind. 18 °C betragen
  • Epoxydharze sind in gut verschlossenen Originalgebinden min. 3 Jahre lagerfähig, Epoxydhärter ebenfalls 3 Jahre. Abweichungen sind aber möglich, meist bei Luftfahrtmaterialien, die aus Sicherheitsgründen eine geringere Lagerdauer haben. In diesem Falle ist ein Mindest-Haltbarkeitsdatum angegeben.


Mein Epoxydharz ist in der Dose fest geworden. Woran liegt das, kann ich das rückgängig machen und nimmt das Harz dabei schaden?

Obwohl es bei den heutigen Epoxydharzen nur noch sehr selten auftritt: bei Temperaturen unter +15 °C können Harze und Härter kristallisieren, sichtbar an Eintrübung bzw. Verfestigung des Behälterinhaltes. Vor der Verarbeitung muß die Kristallisation durch Erwärmen beseitigt werden. Durch langsames Erwärmen auf ca. 50 - 60 °C im Wasserbad (Wassertemperatur max. 70 °C), Temperofen oder Mikrowelle und durch Umrühren oder Schütteln wird eine Kristallisation ohne Qualitätsbeeinträchtigung beseitigt. Nur vollkommen transparente Produkte verarbeiten!

Sicherheitshinweise:
Vorsicht beim Erwärmen! Behälter vor dem Erwärmen etwas öffnen, damit Druckausgleich stattfinden kann. Niemals den Behälter mit offener Flamme erwärmen! Beim Umrühren der erwärmten Produkte Schutzausrüstung (Schutzbrille, Schutzhandschuhe und Atemschutz) benützen.


Härtungsstörungen bei DETA-basierten Härtern

EPH 573

EPH 573-P


Hochreaktive Epoxydhärter wie EPH 573 / EPH 573-P auf Basis DETA (Diethylentriamin) können unter bestimmten Bedingungen Härtungsstörungen verursachen.

DETA-Härter sind z.B. im Bauchemiebereich (flächige Anwendungen wie Fußböden) dafür bekannt, dass sie in größeren Schichtstärken so schnell aushärten, dass faktisch keine homogene Netzwerkbildung stattfindet und der Härter nicht komplett verbraucht wird. Man erkennt dies nach einiger Zeit (üblicherweise ein paar Tagen) an einer schmierigen, blasigen Oberfläche.

Um Oberflächenstörungen bei DETA-basierten Härtern im Formenbau (Formenharz P) zu vermeiden, empfehlen wir folgende Vorgehensweise:

  1. Wie immer genau dosieren und die Harz/Härter-Mischung gründlich verrühren, ggf. umtopfen (Mischung in einen frischen Becher umfüllen und nochmals durchrühren).
  2. Schichtdicke, z.B. bei Formenharzen, nicht größer als ca. 1 mm.
  3. Form bei Raumtemperatur härten lassen. Für Warmhärtungen steht der Härter EPH 161 zur Verfügung.

In den sehr seltenen Fällen, wo bei einer Form Oberflächenstörungen aufgetreten sind, wurde stets bei der Härtung mit Temperaturaufschlag gearbeitet, also mit höheren Temperaturen als Raumtemperatur.