Feines C-Glas-Oberflächenvlies für gleichmäßigere Laminatoberflächen, weniger Faserabzeichnung und geringeren Nachbearbeitungsaufwand.
Das fein aufgebaute Vlies wird als oberflächennahe Lage in GFK- und anderen Faserverbundlaminaten eingesetzt. Es bildet eine feine Zwischenschicht zwischen der späteren Bauteiloberfläche und gröberen Geweben oder Gelegen. Die gleichmäßige Faserverteilung unterstützt eine homogene, harzreiche Oberflächenlage und kann das sichtbare Durchzeichnen der darunterliegenden Verstärkungsstruktur verringern.
Damit lässt sich die Oberflächenqualität bereits beim Laminieren verbessern. Schleif- und Spachtelarbeiten sowie die Vorbereitung für eine spätere Lackierung können dadurch reduziert werden – besonders bei Verkleidungen, Schalen und anderen Bauteilen mit hohen Anforderungen an eine gleichmäßige Oberfläche.
Mit geeigneten Epoxid-, Polyester- und Vinylesterharzen verarbeitbar. Den Hinweis zum styrollöslichen Binder im Abschnitt „Geeignete Harzsysteme“ beachten.
Das Glasvlies besteht aus feinen, regellos angeordneten C-Glasfasern, die durch einen chemischen, styrollöslichen Binder zusammengehalten werden. Es wird als dünne Oberflächenlage in das Laminat eingebettet und verbleibt im fertigen Bauteil. Die tragenden Gewebe-, Gelege- oder Mattenlagen werden dadurch nicht ersetzt.
Mit einem Flächengewicht von ca. 30 g/m² und einer Breite von 100 cm lässt sich das Vlies für flächige Oberflächenlagen ebenso wie für kleinere Zuschnitte verwenden. Die Hersteller-Spezifikation nennt für das Flächengewicht einen Mittelwert von 26 g/m². Das zusätzliche Gewicht der fertigen Oberflächenlage ergibt sich aus dem Vlies und dem aufgenommenen Harz.
| Material |
C-Glasfasern |
| Faseranordnung |
Wirrfaserstruktur |
| Bindesystem |
Chemisch, styrollöslich |
| Flächengewicht |
ca. 30 g/m² (Hersteller-Spezifikation: Mittelwert 26 g/m²) Prüfmethode: ISO 9073-1 |
| Breite |
100 cm |
| Dicke |
0,31 mm Prüfmethode: ISO 9073-2 |
| Höchstzugkraft, längs |
35 N / 50 mm Prüfmethode: ISO 9073-3 |
| Höchstzugkraft, quer |
20 N / 50 mm Prüfmethode: ISO 9073-3 |
| Dehnung bei Höchstzugkraft |
Längs: 1 %; quer: 1 % Prüfmethode: ISO 9073-3 |
| Typischer Harzverbrauch |
ca. 50–120 g/m², abhängig von Harzsystem, Verarbeitung und gewünschtem Laminataufbau |
Die Hersteller-Kennwerte sind Mittelwerte und unterliegen üblichen Produktionsschwankungen. Dicke, Höchstzugkraft und Dehnung beschreiben das Vlies, nicht die Eigenschaften des ausgehärteten Laminats. Der Harzverbrauch ist ein anwendungsabhängiger Orientierungswert und kein Kennwert der Hersteller-Spezifikation.
Eigenschaften und Vorteile
Gleichmäßigere Laminatoberflächen: Die feine Wirrfaserstruktur bildet nach dem vollständigen Tränken eine homogene, harzreiche Oberflächenlage. Sie liegt zwischen der späteren Bauteiloberfläche und gröberen Verstärkungsmaterialien und kann deren sichtbares Durchzeichnen reduzieren.
Weniger Aufwand bei der Oberflächenbearbeitung: Eine bereits im Laminataufbau gleichmäßigere Oberfläche kann den Bedarf an nachträglichen Schleif- und Spachtelarbeiten verringern und die Vorbereitung für eine Lackierung erleichtern. Das erreichbare Ergebnis hängt unter anderem vom Harzsystem, der Deckschicht, dem Laminataufbau und der Aushärtung ab.
Geringes Eigengewicht des Vlieses: Die leichte Oberflächenlage ergänzt die tragende Verstärkung, ohne selbst als strukturelle Hauptverstärkung ausgelegt zu sein. Für eine gewichtsoptimierte Verarbeitung das Vlies vollständig benetzen, aber unnötige Harzüberschüsse vermeiden.
Anwendungen
Das Glasvlies wird dort eingesetzt, wo neben den mechanischen Eigenschaften des tragenden Laminats eine feine und gleichmäßige Bauteiloberfläche gefordert ist. Es eignet sich als oberflächennahe Lage für Verkleidungen, Abdeckungen, Schalen und andere Faserverbundbauteile sowie zur Oberflächenüberarbeitung bestehender Laminate.
Typische Einsatzgebiete sind der Formen- und Werkzeugbau, der Boots- und Yachtbau sowie der Fahrzeugbau einschließlich Motorsport. Weitere Anwendungen liegen bei technischen Faserverbundbauteilen im Maschinen- und Anlagenbau sowie in der Windenergie. Die Eignung ist jeweils anhand des vorgesehenen Harzsystems und Laminataufbaus zu beurteilen.
Die Hersteller-Spezifikation nennt Handlaminier- und Faserspritzverfahren sowie trockene Wickelverfahren als Anwendungen.
Geeignete Harzsysteme
Das Glasvlies kann mit geeigneten Epoxid-, Polyester- und Vinylesterharzen verarbeitet werden. Die feine Faserstruktur wird vollständig mit Harz benetzt und in die oberflächennahe Laminatschicht eingebettet.
Bindersystem beachten: Das Vlies besitzt einen chemischen, styrollöslichen Binder. Bei styrolfreien Harzsystemen, insbesondere Epoxidharzen, sollten das Benetzungs- und Drapierverhalten sowie die Einbindung in den vorgesehenen Laminataufbau vorab geprüft werden. Die Angabe „styrollöslich“ allein bestätigt weder eine uneingeschränkte Eignung noch eine Unverträglichkeit mit einem bestimmten Epoxidharzsystem.
Der typische Harzverbrauch liegt je nach Anwendung, Harzsystem und gewünschtem Laminataufbau bei etwa 50–120 g/m². Die tatsächlich benötigte Menge sollte anhand eines repräsentativen Zuschnitts und des vorgesehenen Verarbeitungsverfahrens ermittelt werden.
Welches Oberflächenvlies ist das richtige?
| Ausführung |
Breite |
Aufbau und typischer Einsatz |
| Optiveil™ Glasvlies 17 g/m² |
127 cm |
Nassgelegtes E-Glasvlies für besonders leichte Oberflächen-, Träger- und Stabilisierungslagen. Geeignet, wenn ein möglichst geringes Eigengewicht der zusätzlichen Vlieslage im Vordergrund steht. |
C-Glasvlies ca. 30 g/m² Dieser Artikel |
100 cm |
C-Glas-Oberflächenvlies mit styrollöslichem Binder zur Verringerung von Faserabzeichnungen und zur Oberflächenoptimierung. Hersteller-Mittelwert des Flächengewichts: 26 g/m². |
| Optiveil™ Glasvlies 30 g/m² |
127 cm |
Nassgelegtes E-Glasvlies für Oberflächen-, Träger- und Stabilisierungslagen. Gegenüber der 17-g/m²-Optiveil™-Ausführung höheres Flächengewicht sowie höhere Dicke und Zugkraftwerte. |
Für die Auswahl sind neben Flächengewicht und Zuschnittbreite auch Fasertyp, Bindesystem, Harzverträglichkeit und die gewünschte Funktion im Laminat maßgeblich. Ähnliche Flächengewichte bedeuten nicht, dass die Vliese in jedem Aufbau gleich verarbeitet werden können.
Vorteile der Breite 100 cm
Die Breite von 100 cm lässt sich für Formen, Verkleidungen, Reparaturflächen sowie kleine und mittlere Bauteile in die Zuschnittplanung einbeziehen. Pro laufendem Meter steht eine Fläche von 1 m² zur Verfügung; erforderliche Zugaben, Überlappungen und Verschnitt sind zusätzlich zu berücksichtigen.
Ob die 100-cm-Ausführung oder ein 127 cm breites Vlies wirtschaftlicher zugeschnitten werden kann, hängt von den Bauteilabmessungen und der Anordnung der Zuschnitte ab.
Verarbeitung
Position im Laminataufbau: Das Glasvlies oberflächennah anordnen, beispielsweise direkt hinter Gelcoat oder Deckschicht und vor der gröberen tragenden Verstärkung. Bei einer Oberflächenüberarbeitung bestehender Laminate die Untergrundvorbereitung auf das verwendete Harzsystem abstimmen.
Faltenfrei einlegen: Das dünne Vlies passend zuschneiden, möglichst glatt auflegen und vorsichtig an die Bauteilgeometrie anpassen. Falten und Lufteinschlüsse vermeiden, da sie die gewünschte gleichmäßige Oberflächenlage beeinträchtigen können.
Vollständig tränken: Das Vlies gleichmäßig mit Harz benetzen. Die Harzmenge so wählen, dass alle Bereiche vollständig durchtränkt sind, ohne unnötig dicke Harzansammlungen zu erzeugen. Der angegebene Harzverbrauch dient dabei als Orientierung, nicht als feste Dosiermenge.
Weiterlaminieren: Die tragenden Gewebe-, Gelege- oder Mattenlagen entsprechend dem vorgesehenen Laminataufbau aufbringen. Verarbeitungszeiten und Aushärtungsbedingungen des verwendeten Harz- und Deckschichtsystems beachten. Das Oberflächenvlies verbleibt dauerhaft im Bauteil.
Bei Vakuumverfahren: Die Eignung für den konkreten Aufbau vorab prüfen. Insbesondere vollständige Benetzung, faltenfreie Einbindung und die Verträglichkeit mit dem Harzsystem sicherstellen. Aus den Kennwerten des trockenen Vlieses allein lässt sich keine allgemeine Freigabe für jedes vakuumunterstützte Verfahren ableiten.