Extrem leichtes Carbon-/Aramid-Hybridgewebe für dünne, steife und widerstandsfähige Laminate
Mit nur 68 g/m² verbindet dieses feine Hybridgewebe die hohe Steifigkeit von Carbonfasern mit den zähen Eigenschaften von Aramid. Dadurch eignet es sich besonders für sehr leichte und dünnwandige Bauteile, bei denen geringes Gewicht und hohe Steifigkeit mit zusätzlicher Widerstandsfähigkeit gegenüber Stoß, Schlag und Abrieb kombiniert werden sollen. Bei einem rechnerischen Faservolumenanteil von 35 % beträgt die Laminatdicke nur ca. 0,118 mm pro Lage.
Das Kohle-/Aramidgewebe Style 664 ist ein besonders leichtes Hybridgewebe in Leinwandbindung. Verarbeitet werden feine Torayca® T300B Kohlefasern mit 1k-Filamentzahl und Kevlar® 49 Aramidfasern.
Die beiden Fasertypen ergänzen sich in ihren Eigenschaften: Carbon sorgt vor allem für hohe Steifigkeit bei geringem Gewicht, während Aramid zusätzliche Zähigkeit und Widerstandsfähigkeit gegenüber Stoß- und Abriebbeanspruchung einbringt.
Das Gewebe ist damit eine interessante Alternative zu reinem Kohlegewebe, wenn ein Bauteil nicht nur leicht und steif, sondern gleichzeitig auch robuster gegenüber mechanischer Beanspruchung ausgelegt werden soll.
Technische Daten
| Flächengewicht |
68 g/m² |
| Style |
664 |
| Webart |
Leinwand |
| Fadenzahl |
6,5 × 6,5 Fäden/cm |
| Breite |
100 cm |
| Kohlefaser |
Torayca® T300B, 67 tex, 1k |
| Aramidfaser |
Kevlar® 49, 42 tex |
Rechnerische Kennwerte für Handlaminate
Bei einem angenommenen Faservolumenanteil von 35 % ergibt sich ein Harzverbrauch von ca. 84 g/m². Das fertige Laminat wiegt rechnerisch etwa 152 g/m² und erreicht eine Laminatdicke von nur ca. 0,118 mm je Lage.
| Harzverbrauch |
ca. 84 g/m² |
| Rechnerische Laminatdicke |
ca. 0,118 mm je Lage |
| Rechnerisches Laminatgewicht |
ca. 152 g/m² |
Die tatsächlichen Werte können je nach Harzsystem, Verarbeitung, Verdichtung und erreichtem Faservolumenanteil abweichen.
Carbon und Aramid sinnvoll kombiniert
Reine Carbonlaminate überzeugen vor allem durch ihre hohe spezifische Steifigkeit und Festigkeit. Aramid besitzt dagegen eine hohe Zähigkeit und Widerstandsfähigkeit gegenüber Stoß-, Schlag- und Abriebbeanspruchung.
Die Kombination beider Fasertypen ermöglicht Hybridlaminate, die die Steifigkeit von Carbon mit den zähen Eigenschaften von Aramid verbinden. Gerade bei leichten Bauteilen kann dies interessant sein, wenn neben Steifigkeit auch eine höhere Widerstandsfähigkeit gegenüber mechanischen Einwirkungen gewünscht wird.
Sehr dünne und leichte Laminate
Mit einem Flächengewicht von nur 68 g/m² gehört Style 664 zu den besonders leichten Verstärkungsgeweben. Das ermöglicht sehr dünne Decklagen und fein abgestufte Laminataufbauten.
Mehrere leichte Gewebelagen können gezielt orientiert werden, ohne unnötig viel Wandstärke oder Gewicht aufzubauen. Das ist vor allem bei kleinen und leichten Bauteilen, Sandwichdecklagen und hochwertigen Sichtlaminaten von Vorteil.
Typische Anwendungen
Das Gewebe eignet sich besonders für leichte Verkleidungen und Abdeckungen, Modellflugzeug- und Drohnenbauteile, dünnwandige Schalen und Gehäuse sowie für Sportgeräte, Fahrzeug- und Motorsportbauteile.
Auch als leichte Decklage auf Sandwichkonstruktionen oder für Sichtlaminate mit charakteristischer Carbon-/Aramid-Optik lässt sich das Gewebe sehr gut einsetzen.
Charakteristische Hybridoptik
Die Kombination aus schwarzer Carbonfaser und gelblich-goldener Aramidfaser erzeugt eine markante technische Oberfläche, die sich deutlich von klassischem Sichtcarbon unterscheidet.
Für hochwertige Sichtbauteile sollte das Gewebe gleichmäßig ausgerichtet und sorgfältig benetzt werden. Eine Vakuumverdichtung kann zusätzlich zu einer gleichmäßigen Laminatstruktur und einem guten Faseranteil beitragen.
Geeignete Harzsysteme
Für hochwertige Struktur- und Sichtlaminate empfehlen wir geeignete Epoxidharzsysteme. Sie ermöglichen eine sehr gute Faserbenetzung und eignen sich besonders für leistungsfähige Carbon-/Aramid-Laminate.
Die Wahl des Harzsystems richtet sich nach Bauteilgröße, Verarbeitungsverfahren, gewünschter Topfzeit, Temperaturbeständigkeit und den mechanischen Anforderungen des fertigen Bauteils.
Verarbeitung
Das Gewebe kann im klassischen Handlaminierverfahren verarbeitet werden. Für besonders leichte Laminate und höhere Faservolumenanteile bieten sich Vakuumverfahren an.
Aufgrund des geringen Flächengewichts sollte das Gewebe beim Zuschneiden und Positionieren sorgfältig behandelt werden, damit die feine Gewebestruktur erhalten bleibt.
Aramidfasern sind sehr zäh. Für saubere Konturen empfiehlt sich deshalb eine scharfe, für Aramidgewebe geeignete Schere. Bei sorgfältigem Zuschnitt lassen sich auch feine und präzise Bauteilgeometrien gut herstellen.
FAQ
Warum sollte ich dieses Gewebe statt eines reinen Kohlegewebes verwenden?
Wenn neben geringem Gewicht und hoher Steifigkeit zusätzlich eine höhere Widerstandsfähigkeit gegenüber Stoß-, Schlag- oder Abriebbeanspruchung gewünscht wird, bietet die Kombination aus Carbon und Aramid einen zusätzlichen Vorteil.
Was ist der Vorteil des geringen Flächengewichts?
Mit nur 68 g/m² lassen sich sehr dünne und leichte Laminataufbauten realisieren. Die rechnerische Laminatdicke beträgt bei 35 Vol.-% Faseranteil lediglich ca. 0,118 mm pro Lage.
Ist das Gewebe auch für Sichtlaminate geeignet?
Ja. Die Kombination aus schwarzen Carbonfasern und gelblich-goldenen Aramidfasern erzeugt eine charakteristische Hybridoptik. Besonders bei sorgfältiger Gewebeausrichtung und sauberer Verarbeitung entstehen hochwertige Sichtoberflächen.
Welches Harzsystem sollte verwendet werden?
Für hochwertige Struktur- und Sichtlaminate empfehlen wir ein geeignetes Epoxidharzsystem. Die konkrete Auswahl hängt von den Verarbeitungsbedingungen und den Anforderungen des Bauteils ab.
Wie wird das Gewebe am besten zugeschnitten?
Für Aramidfasern empfiehlt sich eine scharfe, geeignete Schere. Damit lässt sich das leichte Gewebe sauber und kontrolliert zuschneiden.