Bambus-Carbon Gravelbike
Bau eines Gravelbikes aus Bambus und Carbon
Ein Kundenprojekt von Manuel van der Woude
"Ich baue schon seit über 10 Jahren Bambus-Carbon Räder mit Carbon und Glasfasergewebe von Euch." (Manuel van der Woude)
Sehen können Sie die Projekte von Manuel van der Woude auf Instagramm
Verfahrensweise
Zu Beginn erfolgt die konzeptionelle Auslegung des Bambusrahmens hinsichtlich Einsatzbereich, Geometrie und konstruktiver Anforderungen. Anschließend wird die Rahmengeometrie mithilfe eines CAD-Programms wie RattleCAD oder FreeCAD detailliert ausgearbeitet. Nach der finalen Abstimmung aller relevanten Maße werden die Geometriedaten auf die Rahmenlehre übertragen. Daraufhin werden die Aluminium- und Carbonkomponenten, beispielsweise Steuerrohr und Tretlagergehäuse, präzise in die Rahmenlehre eingepasst und ausgerichtet.
Im nächsten Schritt erfolgt die Vorbereitung der Bambusrohre. Hierbei werden die Nodien durchstoßen, um eine durchgehende Struktur im Rohrinneren zu gewährleisten. Die später zu laminierenden Oberflächenbereiche werden zunächst mechanisch bearbeitet, indem die äußere Schicht abgetragen und anschließend angeraut wird. Dadurch wird eine optimale mechanische Haftung für das spätere Laminat erzielt. Mithilfe einer Lochsäge werden die Rohrenden anschließend Kontur genau angepasst, sodass eine möglichst spielfreie Verbindung zu den Aluminium- und Carbonbauteilen entsteht.
Nach der mechanischen Vorbereitung werden sämtliche Komponenten mit einem hochfesten Epoxidharzsystem verklebt, das speziell für die Verbindung mit Aluminium geeignet ist. Nach vollständiger Aushärtung werden die Fügestellen erneut angeschliffen und zunächst mit einer Lage Glasgewebe 200 g/m² (Köper) laminiert. Diese Zwischenschicht dient insbesondere der Vermeidung von Kontaktkorrosion zwischen Carbon und Aluminium. Anschließend werden die Verbindungsbereiche mit drei Lagen Kohlegewebe 200 g/m² (Köper) strukturell verstärkt
Im Finish-Prozess werden sämtliche Übergänge verschliffen und die Oberfläche geglättet. Danach erfolgt die Versiegelung mit einem schützenden Topcoat. Abschließend wird ein UV-beständiger Klarlack aufgetragen, um die Oberfläche dauerhaft vor Witterungseinflüssen und Materialalterung zu schützen.
Von der CAD-Konstruktion bis zum fertig aufgebauten Rahmen beträgt der gesamte Fertigungsaufwand etwa 80 Arbeitsstunden.


