Strukturelles E-Glasgewebe mit 200 g/m² in Köperbindung 2/2 für tragende GFK-Bauteile, Schalen und anspruchsvolle Leichtbaukonstruktionen.
Interglas 05507 mit Finish FK 144 verbindet einen höheren Faserauftrag je Lage mit guter Verformbarkeit und einfacher Tränkung. Besonders geeignet für Rümpfe und andere tragende Bauteile im Flugzeugbau sowie für Fahrzeug- und Bootskomponenten. Bei vollständiger Benetzung erreicht das Gewebe eine hohe Transparenz.
WERKSTOFF NACH LUFTFAHRTNORM
Interglas 05507 ist ein E-Glasfilamentgewebe mit einem Flächengewicht von 200 g/m² und einer Köperbindung 2/2. Es eignet sich für strukturelle GFK-Laminate, bei denen ein höherer Faserauftrag je Lage mit guter Anpassungsfähigkeit an gekrümmte Bauteilgeometrien kombiniert werden soll.
| Interglas |
05507 |
| Fasertyp |
E-Glas |
| Flächengewicht |
200 g/m² |
| Finish |
FK 144 |
| Webart |
Köper 2/2 |
| Garn Kette / Schuss |
EC 9-136 / EC 9-136 |
| Fadenzahl Kette / Schuss |
8,0 / 6,5 Fd./cm |
| Breite |
100 cm |
Vorteile des Gewebes
Mit einem Flächengewicht von 200 g/m² bietet Interglas 05507 einen höheren Faserauftrag je Lage als die leichteren Glasgewebe im Bereich um 160 g/m². Dadurch können strukturelle Laminataufbauten mit weniger Einzellagen aufgebaut werden, sofern der vorgesehene Laminataufbau und die mechanischen Anforderungen dies zulassen.
Die Köperbindung 2/2 verbessert die Drapierfähigkeit gegenüber einer vergleichbaren Leinwandbindung. Das Gewebe kann sich dadurch gut an Rundungen und gekrümmte Schalenformen anpassen – ein wesentlicher Vorteil beispielsweise bei Rümpfen, Verkleidungen und anderen räumlich geformten Bauteilen.
Interglas 05507 lässt sich gut tränken und erreicht bei vollständiger Benetzung eine hohe Transparenz. Dies erleichtert während der Verarbeitung die visuelle Kontrolle der Durchtränkung und des darunterliegenden Laminataufbaus.
Anwendungsgebiet
Das 200-g/m²-Gewebe ist für tragende und strukturelle GFK-Bauteile vorgesehen. Ein Schwerpunkt liegt im Flugzeugbau, insbesondere bei Rümpfen und vergleichbaren Schalenstrukturen. Darüber hinaus eignet es sich für Fahrzeug- und Bootskomponenten sowie andere technische Composite-Bauteile.
Typische Anwendungen:
- Tragende Bauteile im Flugzeugbau
- Flugzeugrümpfe und Schalenstrukturen
- Verkleidungen und gekrümmte GFK-Bauteile
- Kfz-Bauteile und strukturelle Verstärkungen
- Boots- und Yachtbauteile
- Technische GFK-Konstruktionen
- Leichtbau- und Modellbauanwendungen mit erhöhtem Faserauftrag
Geeignete Harzsysteme
Das Gewebe kann mit geeigneten Epoxid-, Polyester- und Vinylesterharzsystemen verarbeitet werden. Für strukturell beanspruchte Leichtbauteile und insbesondere Luftfahrtanwendungen werden entsprechend spezifizierte Epoxidharzsysteme eingesetzt.
Für eine gleichmäßige und vollständige Tränkung ist eine zum Laminierverfahren passende Harzviskosität erforderlich. Bei größeren oder komplex geformten Bauteilen sind außerdem Topfzeit und Verarbeitungszeit auf Bauteilgröße und Arbeitsablauf abzustimmen.
Rechnerische Daten für Handlaminate mit 35 Vol.-% Fasern
| Harzverbrauch |
164 g/m² |
| Laminatdicke |
0,220 mm |
| Laminatgewicht |
364 g/m² |
Vorteile der Breite 100 cm
Die Breite von 100 cm ist für Rumpfsegmente, Schalen, Verkleidungen und zahlreiche kleinere bis mittlere Strukturbauteile gut handhabbar. Zuschnitte lassen sich übersichtlich vorbereiten und kontrolliert in gekrümmte Formen einlegen.
Bei Bauteilen innerhalb der verfügbaren Gewebebreite kann eine durchgehende Lage ohne zusätzlichen Längsstoß verarbeitet werden. Für kleinere Bauteile lässt sich die Rollenbreite zudem effizient für mehrere Zuschnitte nutzen.
Technische Hinweise
Köperbindung 2/2
Die Köperbindung bietet eine gute Kombination aus Drapierfähigkeit und Gewebestabilität. Gegenüber einer Leinwandbindung lässt sich das Gewebe leichter an gekrümmte Konturen anpassen. Beim Zuschneiden und Positionieren sollte unnötiger Fadenverzug vermieden werden.
Faserverteilung
Kette und Schuss bestehen aus EC 9-136. Die unterschiedlichen Fadenzahlen von 8,0 Fd./cm in Kettrichtung und 6,5 Fd./cm in Schussrichtung bedeuten jedoch, dass der Gewebeaufbau nicht vollständig symmetrisch ist. Die vorgesehene Orientierung des Gewebes im Bauteil ist daher bei strukturellen Laminaten zu berücksichtigen.
Tränkung und Transparenz
Das Gewebe lässt sich mit einem geeigneten Laminierharz gut benetzen. Eine vollständige Tränkung erhöht die Transparenz und erleichtert die visuelle Kontrolle auf trockene Stellen, Lufteinschlüsse und die Lage des darunterliegenden Laminats.
Harzauftrag
Das Harz gleichmäßig und in der für eine vollständige Tränkung erforderlichen Menge aufbringen. Unnötiger Harzüberschuss erhöht Laminatgewicht und -dicke, ohne den Faseranteil zu steigern.
Rechnerische Laminatwerte
Die angegebenen Werte beziehen sich auf ein Handlaminat mit 35 Vol.-% Faseranteil. Tatsächlicher Harzverbrauch, Laminatdicke und Laminatgewicht hängen vom Harzsystem, Fertigungsverfahren und erreichten Faservolumenanteil ab.
Luftfahrtanwendungen
Das Gewebe ist als Werkstoff nach Luftfahrtnorm ausgewiesen. Für den konkreten Einsatz sind zusätzlich die vorgeschriebenen Harzsysteme, Laminataufbauten, Fertigungsverfahren sowie die jeweils geltenden Zulassungsanforderungen zu beachten.