Feines E-Glasgewebe mit 163 g/m² in Köperbindung und 127 cm Breite für leichte, großflächige GFK-Laminate und anspruchsvolle Leichtbaukonstruktionen.
Interglas 92110 mit Finish FK 144 verbindet gute Drapierfähigkeit mit einer feinen, gleichmäßigen Gewebestruktur. Die Breite von 127 cm ermöglicht bei größeren Bauteilen breitere zusammenhängende Zuschnitte und kann dadurch Gewebestöße und Überlappungen reduzieren. Besonders geeignet für Flugzeug- und Modellflugzeugbau, Fahrzeugteile, Boote sowie hochwertige Composite-Bauteile.
WERKSTOFF IN LUFTFAHRTQUALITÄT
Interglas 92110 ist ein feines E-Glasfilamentgewebe mit einem Flächengewicht von 163 g/m². Die Köperbindung ermöglicht eine gute Anpassung an Rundungen und dreidimensionale Bauteilgeometrien. In der 127-cm-Ausführung eignet sich das Gewebe besonders für größere Schalen, Verkleidungen und Flächenbauteile, bei denen eine größere zusammenhängende Gewebebreite Vorteile bei Zuschnitt und Laminataufbau bietet.
| Interglas |
92110 |
| Fasertyp |
E-Glas |
| Flächengewicht |
163 g/m² |
| Finish |
FK 144 |
| Webart |
Köper |
| Garn Kette / Schuss |
EC 9-68 / EC 9-68 |
| Fadenzahl Kette / Schuss |
12,0 / 11,5 Fd./cm |
| Breite |
127 cm |
Vorteile des Gewebes
Interglas 92110 verbindet ein moderates Flächengewicht von 163 g/m² mit der guten Drapierfähigkeit einer Köperbindung. Das Gewebe lässt sich dadurch gut an Rundungen, Radien und komplexere Bauteilkonturen anpassen und eignet sich für dünne, leichte GFK-Laminate.
Kette und Schuss bestehen aus EC 9-68 Glasfilamentgarn. Mit 12,0 Fäden/cm in Kettrichtung und 11,5 Fäden/cm in Schussrichtung ist die Fadenverteilung in beiden Hauptrichtungen sehr ähnlich. Dadurch ergibt sich eine weitgehend gleichmäßige Faserverteilung in Kett- und Schussrichtung.
Die feine Gewebestruktur lässt sich mit einem geeigneten Laminierharz gleichmäßig tränken. Bei vollständiger Benetzung wird das Glasgewebe weitgehend transparent. Dies erleichtert die visuelle Kontrolle während des Laminierens und ist bei dünnen Deck- und Oberflächenlagen von Vorteil.
Anwendungsgebiet
Die 127-cm-Ausführung ist besonders für größere Bauteile vorgesehen, bei denen eine breitere Gewebebahn die Anzahl von Stößen und Überlappungen reduzieren kann. Die Kombination aus geringem Flächengewicht, Köperbindung und größerer Arbeitsbreite eignet sich insbesondere für leichte Schalen- und Flächenbauteile.
Typische Anwendungen:
- Flugzeug- und UL-Flugzeugbau
- Rumpfschalen und Verkleidungen
- Modellflugzeuge und größere Modellbauteile
- Fahrzeugverkleidungen und leichte Kfz-Bauteile
- Boots- und Yachtbauteile
- Gekrümmte GFK-Formteile
- Leichte Schalen- und Flächenbauteile
- Hochwertige Oberflächen- und Decklagen
Geeignete Harzsysteme
Das Glasgewebe kann mit geeigneten Epoxid-, Polyester- und Vinylesterharzsystemen verarbeitet werden. Für strukturelle Leichtbauteile und anspruchsvolle Composite-Anwendungen werden häufig geeignete Epoxidharzsysteme eingesetzt.
Für dünne Laminate ist eine ausreichend niedrige Harzviskosität vorteilhaft, da sie eine gleichmäßige und vollständige Tränkung der feinen Gewebestruktur erleichtert. Bei größeren Bauteilen sollten Verarbeitungszeit und Topfzeit des Harzsystems auf die zu laminierende Fläche abgestimmt werden.
Rechnerische Daten für Handlaminate mit 35 Vol.-% Fasern
| Harzverbrauch |
128 g/m² |
| Laminatdicke |
0,179 mm |
| Laminatgewicht |
291 g/m² |
Vorteile der Breite 127 cm
Die Breite von 127 cm ermöglicht bei größeren Rumpfschalen, Verkleidungen, Tragflächenbereichen und anderen Flächenbauteilen breitere zusammenhängende Zuschnitte. Bauteile innerhalb der verfügbaren Gewebebreite können ohne zusätzlichen Längsstoß belegt werden.
Gegenüber der 100-cm-Ausführung kann die zusätzliche Breite bei entsprechend dimensionierten Bauteilen die Anzahl der erforderlichen Gewebestöße und Überlappungen reduzieren. Dadurch lassen sich lokale Materialanhäufungen vermeiden und ein gleichmäßiger Laminataufbau erleichtern.
Für schmalere oder kleinere Bauteile kann dagegen die 100-cm-Ausführung hinsichtlich Handhabung und Materialausnutzung zweckmäßiger sein.
Technische Hinweise
Köperbindung
Die Köperbindung besitzt weniger Fadenkreuzungen als eine vergleichbare Leinwandbindung und bietet dadurch eine bessere Drapierfähigkeit. Das Gewebe kann sich gut an gekrümmte und dreidimensionale Bauteilgeometrien anpassen. Beim Zuschneiden und Positionieren sollte unnötiger Fadenverzug vermieden werden.
Verarbeitung breiter Zuschnitte
Für größere Gewebelagen empfiehlt sich eine ausreichend große und saubere Zuschneidefläche. Breite Zuschnitte möglichst gleichmäßig aufnehmen und in die Form übertragen, um die Gewebestruktur nicht unnötig zu verziehen.
Tränkung und Transparenz
Das Gewebe gleichmäßig mit Laminierharz benetzen. Bei vollständiger Tränkung wird die Glasfaserverstärkung weitgehend transparent, wodurch sich trockene Stellen und Lufteinschlüsse während der Verarbeitung leichter erkennen lassen.
Harzauftrag
Das Harz in der für eine vollständige Tränkung erforderlichen Menge aufbringen. Unnötiger Harzüberschuss erhöht Laminatgewicht und -dicke, ohne den Faseranteil oder die faserbedingte Verstärkungswirkung zu erhöhen.
Rechnerische Laminatwerte
Die angegebenen Werte beziehen sich auf ein Handlaminat mit 35 Vol.-% Faseranteil. Tatsächlicher Harzverbrauch, Laminatdicke und Laminatgewicht hängen vom verwendeten Harzsystem, dem Fertigungsverfahren und dem praktisch erreichten Faservolumenanteil ab.
Luftfahrtanwendungen
Die Luftfahrtqualität des Gewebes allein stellt keine Zulassung des fertigen Laminats oder Bauteils dar. Für den konkreten Einsatz sind der spezifizierte Laminataufbau, das vorgesehene Harzsystem, das Fertigungsverfahren und die jeweils geltenden Zulassungsanforderungen zu beachten.