Schweres, kettverstärktes (unidirektionales) Aero-Glasgewebe mit 425 g/m² für hoch belastete Strukturbauteile mit ausgeprägter Hauptbelastungsrichtung.
Interglas 92146 mit Finish FK 144. Der überwiegende Faseranteil liegt in Kettrichtung und ermöglicht einen hohen Faserauftrag je Lage entlang der Hauptbelastungsrichtung. Besonders geeignet für Holme, Holmgurte, Längsverstärkungen und andere tragende GFK-Strukturen, bei denen Festigkeit und Steifigkeit gezielt in einer Vorzugsrichtung benötigt werden.
WERKSTOFF NACH LUFTFAHRTNORM
Interglas 92146 ist ein kettverstärktes (unidirektionales) E-Glasgewebe für strukturelle Composite-Anwendungen mit gerichteter Lastaufnahme. Mit einem Flächengewicht von 425 g/m² bringt es je Lage einen hohen Anteil an Verstärkungsfasern in Kettrichtung in das Laminat ein. Dadurch lassen sich größere strukturelle Laminatdicken mit weniger Einzellagen aufbauen als mit leichteren kettverstärkten Geweben.
Die Bezeichnung „unidirektional“ beschreibt die ausgeprägte Hauptverstärkungsrichtung. Interglas 92146 ist jedoch kein reines UD-Gelege: Die Schussfäden binden und stabilisieren die Kettfäden und ergeben eine gut handhabbare Gewebestruktur für Zuschnitt, Positionierung und Laminieren.
| Interglas |
92146 |
| WLB-Nr. |
8.4525.60 |
| Fasertyp |
E-Glas |
| Flächengewicht |
425 g/m² |
| Finish |
FK 144 |
| Gewebekonstruktion |
Kettverstärkt (unidirektional) |
| Garn Kette |
EC 9-136 × 5 t0 |
| Garn Schuss |
EC 9-68 |
| Fadenzahl Kette / Schuss |
5,5 / 6,3 Fd./cm |
| Breite |
100 cm |
Vorteile des Gewebes
Der konstruktive Schwerpunkt des Interglas 92146 liegt auf der Kettrichtung. Das wesentlich schwerere Kettgarn konzentriert einen großen Anteil der Verstärkungsfasern entlang dieser Richtung. Dadurch eignet sich das Gewebe für Bauteile, bei denen hohe Zugkräfte sowie hohe Festigkeits- und Steifigkeitsanforderungen überwiegend entlang einer definierten Lastachse auftreten.
Das Flächengewicht von 425 g/m² ermöglicht einen hohen Faserauftrag pro Lage. Gegenüber dem leichteren kettverstärkten 220-g/m²-Gewebe können größere Laminatdicken mit weniger Einzellagen aufgebaut werden. Dies kann insbesondere bei massiveren Holmgurten, Längsverstärkungen und anderen tragenden Bereichen den Laminieraufwand reduzieren.
Trotz der stark gerichteten Faserverteilung bleibt das Material als Gewebe gut handhabbar. Die Schussfäden halten die schweren Kettfäden in Position und erleichtern damit Zuschnitt, Transport und Ablage der Verstärkungslagen.
Anwendungsgebiet
Interglas 92146 ist für strukturelle Bauteile vorgesehen, bei denen ein hoher Faseranteil gezielt entlang einer Hauptbelastungsrichtung benötigt wird. Die Kettrichtung bildet dabei die wesentliche Verstärkungsrichtung und muss entsprechend der konstruktiv vorgesehenen Lastpfade ausgerichtet werden.
Typische Anwendungen:
- Holme und hoch belastete Holmgurte
- Längsverstärkungen im Flugzeug- und Modellflugzeugbau
- Tragende Gurte und lokale Strukturverstärkungen
- Längsverstärkungen in Boots- und Fahrzeugstrukturen
- Strukturelle GFK-Bauteile mit gerichteter Lastaufnahme
- Bauteile mit hohem Faserbedarf entlang einer Hauptbelastungsrichtung
Geeignete Harzsysteme
Das Glasgewebe kann mit geeigneten Epoxid-, Polyester- und Vinylesterharzsystemen verarbeitet werden. Für hoch beanspruchte strukturelle Leichtbauteile und Luftfahrtanwendungen werden in der Regel entsprechend spezifizierte Epoxidharzsysteme eingesetzt.
Aufgrund des hohen Faserauftrags je Lage ist auf eine vollständige Tränkung der Kettfaserbündel zu achten. Harzviskosität, Verarbeitungszeit und Laminierverfahren sollten auf Bauteilgröße und Laminataufbau abgestimmt werden.
Rechnerische Daten für Handlaminate mit 35 Vol.-% Fasern
| Harzverbrauch |
349 g/m² |
| Laminatdicke |
0,47 mm |
| Laminatgewicht |
774 g/m² |
Vorteile der Breite 100 cm
Die Breite von 100 cm ermöglicht eine flexible Zuschnittplanung für Holme, Holmgurte und längliche Strukturverstärkungen. Schmale Verstärkungsstreifen können entsprechend der benötigten Bauteilbreite nebeneinander aus dem Gewebe zugeschnitten werden.
Entscheidend ist dabei die Orientierung: Die Kettrichtung stellt die Hauptverstärkungsrichtung dar. Zuschnitte müssen deshalb so geplant werden, dass die Kettfasern entlang der konstruktiv vorgesehenen Hauptbelastungsrichtung verlaufen.
Technische Hinweise
Was bedeutet „kettverstärkt (unidirektional)“?
Der überwiegende Anteil der tragenden Verstärkungsfasern verläuft in Kettrichtung. Dadurch besitzt das Gewebe eine ausgeprägte Hauptverstärkungsrichtung für Bauteile mit vorwiegend gerichteter Belastung.
Kein reines UD-Gelege
Interglas 92146 ist ein kettverstärktes Gewebe und kein ausschließlich aus parallel liegenden Fasern bestehendes UD-Gelege. Die Schussfäden binden und stabilisieren die Kettfäden und verbessern dadurch die Handhabung bei Zuschnitt und Verarbeitung.
Unterschied zur 220-g/m²-Ausführung
Die 425-g/m²-Ausführung bringt pro Lage deutlich mehr Verstärkungsfasern in das Laminat ein. Sie eignet sich daher besonders für stärker dimensionierte Strukturbauteile und Bereiche, in denen größere Laminatdicken mit weniger Einzellagen aufgebaut werden sollen. Für leichtere und dünnere Verstärkungen kann die 220-g/m²-Ausführung zweckmäßiger sein.
Faserorientierung
Die Kettrichtung muss entsprechend der Hauptbelastungsrichtung des Bauteils ausgerichtet werden. Bei mehrachsiger Beanspruchung sind zusätzliche Lagen in den erforderlichen Orientierungen bzw. geeignete multidirektionale Verstärkungen vorzusehen.
Tränkung
Aufgrund des hohen Faserauftrags ist eine vollständige Benetzung besonders wichtig. Trockene Bereiche innerhalb der Kettfaserbündel sind zu vermeiden. Gleichzeitig sollte unnötiger Harzüberschuss vermieden werden.
Luftfahrtanwendungen
Das Gewebe ist als Werkstoff nach Luftfahrtnorm ausgewiesen. Für den konkreten Einsatz sind zusätzlich das spezifizierte Harzsystem, der vorgeschriebene Laminataufbau, das Fertigungsverfahren und die jeweils geltenden Zulassungsanforderungen zu beachten.